Der Wirtschaftsfaktor gute Laune gewinnt zunehmend an Bedeutung und Dr. Fuchs hat sich genau diesem Sachverhalt verschrieben. Mit seinem „psychologischen Kabarett“ und der von ihm begründeten Launologie begeistert Fuchs große Auditorien und war Gast in zahlreichen Talkshows und Rundfunksendungen. Dr. Fuchs leitet „Keep Cool“-Seminare und vor Jahren hat er eine, wie er sagt, „bahnbrechende Erkenntnis“ gefunden.

Er hat festgestellt, dass seine eng beschriebenen Folien bei Vorträgen die Leute nicht vom Hocker reißen, aber, wenn er ein paar gute Scherze bringen kann, dann sind die Teilnehmer begeistert. Darüber hat er Bücher geschrieben und seine Vorträge dahingehend Stück für Stück bearbeitet. Seine Teilnehmer nennen seine Vorträge ein „wahres Trommelfeuer von positiven Denkanstößen“. Viel Spaß beim Lesen oder Hören!

Hier das Transkript des gesamten Podcasts und vorab die erwähnten Sponsoren und Links:

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Sie sind nicht krank, Sie sind durstig von Dr. med. F. Batmanghelidj
Anleitung zum Unglücklichsein von Paul Watzlawick
Der Kaufmann und der Papagei von Nossrat Peseschkian
Gelassenheit von Wilhelm Schmid

Transkript:

LB = Lars Bobach
HF = Dr. Helmut Fuchs

LB: Herzlich willkommen zum Podcast „Produktiv in digitalen Zeiten“. Wir geben Orientierung im digitalen Dschungel, so dass wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bleibt. Mein Name ist Lars Bobach und ich sitze heute hier zusammen mit Dr. Helmut Fuchs, hallo Helmut.

HF: Hallo Lars, ich freue mich, dass es geklappt hat.

LB: Ja, ich mich auch, super, dass Du da bist. Der Launologe, Dr. Helmut Fuchs, zeigt als Experte für Persönlichkeitsentwicklung, wie wichtig gute Laune und emotionale Stärke ist. Gute Stimmung ist wichtig für Charakterstärke, Leistung, Zusammenarbeit, Change und Gesundheit. Der Wirtschaftsfaktor gute Laune gewinnt zunehmend an Bedeutung und er als Launologe hat sich genau diesem Sachverhalt verschrieben. Mit seinem psychologischen Kabarett und der von ihm begründeten Launologie begeistert Fuchs große Auditorien und war Gast in zahlreichen Talkshows und Rundfunksendungen. Ja, jetzt sag uns erstmal, was ein Launologe ist und wo ich das studieren kann bitte.

HF: Ja, also studieren kannst Du das im Grunde genommen jetzt nicht an irgendeiner Hochschule. Obwohl es als Proto-Wissenschaft natürlich so aufgestellt ist. Aber wir bieten ab Januar einen Lehrgang an zum Stimmungsarchitekten. Das ist im Grunde genommen Launologie pur. Das heißt, wir bieten die Möglichkeit, dass Menschen entweder individuell oder in Organisationen sich darauf vorbereiten können, mit entsprechenden Bausteinen eine Stimmungsarchitektur im Unternehmen oder für die Stimmung oder die Stimmungsarchitektur im eigenen Umfeld entsprechend wirksam zu werden.

LB: Also, das ist für Leute, die jetzt gute Stimmung verbreiten wollen, sondern, die jetzt nicht selber mit guter Stimmung oder mit schlechter Stimmung zu kämpfen haben?

HF: Es geht eigentlich um beides. Ich erlebe es häufig, ich habe eine Reihe von sehr gut besuchten Seminaren, unter anderem für Management-Circle das Seminar Keep Cool, wo ich immer wieder erlebe, dass Teilnehmer kommen, die sagen, ich will das eigentlich ja nur mal erfahren, um da jetzt im Unternehmen aktiv wirksam zu werden oder um anderen zu helfen. Aber ich spüre dann ganz schnell, es geht eigentlich um sie selbst.

LB: Kann ich mir gut vorstellen. Ich finde es sehr interessant, wie man auf so einen Namen kommt, Launologie, Launologe, Stimmungsarchitekt. Erzähle uns doch mal, wie bist Du auf die Idee gekommen und was ist Dein Werdegang dahin, würde mich mal interessieren.

HF: Naja, also, da wir jetzt nicht viele Stunden Zeit haben und ich schon eher ein älterer Mensch bin, auch, was meine ganzen Themen betrifft, kürze ich es ein bisschen ab. Ich denke, es ist in Deinem Sinne. Die Launologe hat in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum. Das ist daran zu erkennen, dass wir auch einen Jubiläumsband, also ein Buch, dazu rausgebracht haben, das heißt „Gute Stimmung, gute Leistung“, wo die Launeus-Award-Preisträger der letzten zehn Jahre alle ihre Beiträge geleistet haben. Das ist insofern ganz interessant, weil, das knüpft an die Beantwortung Deiner Frage an.

Die Launologie als eigenständiger, nennen wir es mal Proto-Wissenschaftsbereich hat ihre Wurzeln eigentlich darin, dass ich in der Weiterbildung schon seit bestimmt 30 Jahren im Rahmen meiner Tätigkeit als Cheftrainer und Inhaber der ältesten deutschen Ausbildungsstätte für Managementtrainer, der TAM Trainerakademie München, im Grunde genommen permanent verpflichtet war, mein Augenmerk darauf zu richten, wie kann Lernen wirklich erfolgreich funktionieren? Das fing in den siebziger Jahren, Anfang der achtziger Jahre mit eher biokybernetischen Grundlagen an. Das heißt, Frederic Fester als einer der großen deutschen Biokybernetiker, der viel über Lernen auch veröffentlicht hat, besonders in seinem Buch vom technokratischen zum kybernetischen Zeitalter, „Neuland des Lernens“ hieß das, hat er sehr schön damals schon aufgefächert, wie wichtig es sein kann, das Lernen anders verstanden wird.

Das war tatsächlich zu der damaligen Zeit noch extrem revolutionär, hat unter anderem auch eine Eingabe an das bayerische Kultusministerium gemacht mit einem Schreiben, das tituliert war, wie wir im Alltag durch Willkür in den Schulen Versager züchten. Dabei hat er deutlich gemacht, was beim Lernen alles falsch gemacht wird aus biologischer und biokybernetischer Sicht. Und wie man es richtigmachen könnte. Ein ganz zentraler Punkt, ohne jetzt Deine Zuhörer auch mit wissenschaftlichen Aussagen zu langweilen, war, stark komplexitätsreduziert die Grundaussage: Lernen muss Spaß machen. Das war in der damaligen Zeit, Mitte der Achtzigerjahre, bei weitem noch nicht so untermauert durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse, wie das heute der Fall ist.

Heute wissen wir, dass der Paradigmenwechsel in der Erwachsenenbildung, nämlich der Wechsel von der Erzeugungsdidaktik zur Ermöglichungsdidaktik, dass der jetzt auf einem festen Fundament von Erkenntnissen steht, das eindeutig zeigt, dass wir uns von ein paar Grundhaltungen verabschieden müssen, zum Beispiel auch von der Grundhaltung, dass Wissen erzeugt werden kann. Schön in dem Satz zusammengefasst, den einer der, wie ich finde, größten Lernforscher in dem Zusammenhang hier in Deutschland, das ist der Professor Arnold in Kaiserslautern, es anlässlich unseres Symposiums sehr schön mit einem Vortrag kontrastiert hat. Er sagte, der Mensch ist lernfähig, aber unbelehrbar und das ist etwas, was sich wie ein roter Faden schon seit 30 Jahren durch meine, respektive unsere Erfahrungen und Ausbildungen zieht.

Das heißt, auch schon frühzeitig haben wir im Bereich der Trainerausbildung unserer Trainer und wir haben mittlerweile über 1000 Trainer ausgebildet, dahingehend munitioniert, dass wir ihnen gesagt haben, Lernen muss Spaß machen. In Anlehnung an das, was Kurt Hahn, der Begründer der Reformpädagogik, mal so schön formuliert hat, als er sagte, nicht das, was wir gesehen, gehört oder gelesen haben, hat uns im Leben am meisten geprägt, sondern eher das, was wir erlebt, erfahren und empfunden haben. Auf diesem Hintergrund muss Lernen einfach neu definiert werden und wir wissen es heute relativ klar, einer der großen Neurowissenschaftler unserer Zeit hier, zumindestens was die Proklamation betrifft, ist Gerald Hüther aus Göttingen, der keine Fernsehsendung vorüberziehen lässt oder kein Statement auslässt, um darauf hinzuweisen, das, was wir biologisch, neurobiologisch, um vernünftig Lernprozesse anzustoßen, dringend brauchen, ist Begeisterung. Und Begeisterung kann man nicht verordnen.

LB: Nein, das ist klar. Wissenschaftlich haben wir das jetzt aufgerollt und Du als Trainer, als sehr erfahrener Trainer, hast das dann auch irgendwann. Wie bist Du denn jetzt auf die Idee mit der Launologie gekommen?

HF: Naja, das war eigentlich gar nicht so weit weg, wie das im ersten Moment vielleicht scheint. Ich habe schon seit der Achtzigerjahre immer wieder Vorträge gehalten über neues Lernen, erfolgreiches Lernen und andere Sachen und heute heißt es Lernen 4.0 oder wie man es auch immer wieder entdeckt. In diesen Vorträgen habe ich für mich eine bahnbrechende Erkenntnis gefunden. Ich habe nämlich festgestellt, das, was man eigentlich auch hätte wissen können, dass meine eng beschriebenen Folien die Leute nicht vom Hocker holen, aber, wenn ich ein paar gute Scherze bringen kann oder ein paar Geschichten erzählen kann, dann sind die Teilnehmer begeistert.

Und ich habe dann später auch ein Buch darüber geschrieben, das heißt „Metaphoring: Komplexität erfolgreich managen“ und in dem Buch, das im GABAL-Verlag erschienen ist, geht es eigentlich im Wesentlichen darum, deutlich zu machen, dass, wenn wir etwas sinnvoll auch in Vorträgen positionieren wollen, dann sollten wir die Metapher benutzen oder auch narrative Ansätze, also Geschichten erzählen und dergleichen mehr. Das habe ich Schritt für Schritt in meinen Vorträgen immer stärker mit eingebaut, bis zum Schluss jemand zu mir kam und hat gesagt, ihr Vortrag, das ist ja faszinierend, es sei ein wahres Trommelfeuer von positiven Denkanstößen in Form von Geschichten, Metaphern, Bildern oder Zitaten. Dann habe ich gedacht, ja, stimmt und genauso möchte ich es auch haben und habe dann mich verstärkt mit dem Thema der Stimmungswissenschaft beschäftigt.

Also, zum einen angestoßen auch durch die Emotionsforschungen von Martin Seligmann im Rahmen der positiven Psychologie, festgestellt, dass Stimmungen eigentlich eher unterrepräsentiert in der Forschung sind. Ich habe mich da zusammen mit der Universität Gießen auch etwas stärker in dieses Metier hineingedacht und um dann zu überlegen, dass es sinnvoll sein könnte, hier vielleicht einen völlig neuen Denkansatz mit zu positionieren. Gerade in Unternehmen, also zu einem Zeitpunkt, wo es noch bei weitem nicht so bedürftig war wie das heute der Fall ist und habe damals, um eben die Stimmungswissenschaft, die ja auch als Begrifflichkeit jetzt nicht wesentlich marketingfähig die Wurst vom Teller holt, überlegt, wie könnte man das Ganze nennen.

Und in der Beschäftigung mit der Laune kam dann tatsächlich diese Wortfindung Launologie heraus, die ich dann auch für mich sozusagen definiert habe. Das Institut auch so genannt habe, das WIFAL-Institut, das wir jetzt auch seit zehn Jahren betreiben. Also, das WIFAL steht für wissenschaftliches Institut für angewandte Launologie und um das noch stärker zu positionieren, habe ich teilweise mit lieben Kollegen Bücher dazu geschrieben. Das erste Standardwerk, das ich mit meinem Kollegen und Freund Dr. Dirk Gratzel, ein Jurist eigentlich, also gar nicht so launologisch angehaucht, aber sehr kreativ, im Heyne Verlag geschrieben habe, das hieß tatsächlich Launologie.

Und damit, das war intern ein Bestseller, hat sich über 20.000-mal verkauft, was für ein Fachbuch immer eine gute Hausnummer ist. Daraufhin kamen eine ganze Reihe von Talkshows auf mich zu. Also zum Beispiel Kölner Treff oder Frank Elstner und Mittagsmagazin und Morgenmagazin und alles Mögliche. Das wäre nie passiert, wenn ich nicht diesen Schnick mit der Launologie reingebracht hätte. Ich habe dann das Ganze noch aufgesetzt, indem ich dann eben auch den aktiven launologisch praktizierenden Psychologen dann auch Launologen genannt habe und die ganze Stimmung auch launologisch und ich habe einen Preis initiiert, der heißt Launeus Award.

Der Launeus Award wurde 2007 an den ersten Preisträger vergeben und das war Eckart von Hirschhausen. Und als ich mit Eckart von Hirschhausen zusammensaß und wir ein bisschen drin rumgesponnen haben und uns über sein medizinisches Kabarett unterhalten habe, habe ich gefragt, gibt es denn auch ein psychologisches Kabarett? Das gab es tatsächlich noch nicht. Da habe ich beschlossen, zukünftig meine Vorträge zu diesem Thema noch stärker in Richtung Kabarett aufzubauen. Und das habe ich gemacht mit sehr großem Erfolg, also landauf, landab. Du hast es ja selber erlebt bei TEDx, wo der geneigte Hörer sich das auch noch mal anschauen kann, bis hin zu zwei, drei Stunden kann das dauern, je nachdem, was für ein Rahmen zur Verfügung steht. Wo Menschen glaube ich auf eine sehr lustige Art und Weise, aber hintergründig, entzündet werden, sich diesem Thema mehr zu widmen, weil da ein wahnsinniger Nutzen für das Individuum und auch für die Organisation drinsteckt.

LB: Ja, kann ich bestätigen, also, Du machst es wirklich auf eine ganz tolle und lustige und sehr charmante …

HF: Danke!

LB: Also, auf jeden Fall. Jetzt sind ja hier in der „Produktiv in digitalen Zeiten“-Community, also, bei meinen Hörern, hauptsächlich kleine mittelständische Unternehmer, Führungskräfte. Was können die denn jetzt genau von Dir und Deiner Expertise lernen?

HF: Zu einem erstmal die Grundüberlegung, die Du ja von meinem Vortrag noch kennst. Die Grundbotschaft, für deine Stimmung bist du selber verantwortlich. Also, das ist schon mal was ganz Zentrales, dass auch die Führungskräfte verstehen, meine Stimmung ist nicht abhängig von dem Kunden, dem Vorgesetzten oder dem Mitarbeiter oder wem auch immer, sondern ich bin es selbst, der diese Stimmung verursacht. Das ist schon mal ein ganz zentraler Schritt in eine Richtung, wo wir dann auch mit dazu angestoßen werden, zu überlegen, wenn ich derjenige bin, der die Stimmung verursacht, was kann ich denn tun, um zum Beispiel häufiger im Unternehmen ein Feuerwerk von guter Stimmung zu entzünden? Denn es ist tatsächlich so, dass genau das Gegenteil meistens der Fall ist. Das heißt, es sind wahnsinnig viele Gefühlsterroristen, Negaholiker, Fehlerfixierer, Miesepeter in Unternehmen unterwegs, so, dass man den Verdacht haben könnte, die sind da irgendwo professionell ausgebildet. Und das sind sie tatsächlich.

LB: Wie heißen die, Nego…?

HF: Negaholiker! Das sind Menschen, die im Alltag automatisch das Negative fixieren.

LB: Die sind professionell ausgebildet? (Lacht)

HF: Die sind professionell ausgebildet und das sind die meisten. Weil die meisten durch diese, ich nenne das immer negaholischen Ausbildungscamps, gegangen sind, die man auch Schule nennt. Also, in der Schule werden wir sehr stark negaholisch angefixt, wir werden Fehlerfixierer und für unsere Persönlichkeit, zumindest in deutschen Schulen und in den jetzt, damit meine ich nicht die Waldorfschulen, Steinerschulen, Montessori Schulen, sondern der klassische normale Schulalltag, ist in der Regel sehr stark fehlerfixiert. Und das nehmen wir als innere Haltung aus der Schule mit und das überträgt sich dann sehr schnell auf unsere Persönlichkeit, auf das, was wir im Alltag … brauchst es ja nur mal anzuschauen, in Unternehmen, wenn zwei zusammenstehen, worüber reden die? Meistens über Fehler, die andere gemacht haben.

Wenn Du Dich dann dazustellst und sagst, ja, aber der hat auch hier und da mal was Tolles gemacht, dann gucken die dich ganz entgeistert an. Bist du jetzt bei der Heilsarmee oder irgend sowas in der Art? Also, lange Rede, kurzer Sinn, wir brauchen in deutschen Unternehmen mehr denn je eine positive Grundstimmung. Also, du findest kaum einen Tag, in dem nicht in irgendeiner größeren Zeitschrift von der Zeit über die FAZ, die Süddeutsche oder wie jetzt wieder im Handelsmagazin, wo ein amerikanischer Wissenschaftler darüber berichtet hat, wie wichtig es gewesen ist, das Microsoft den Turnaround geschafft hat, indem es eine neue und zwar mehr auf Spaß ausgerichtete Unternehmenskultur entwickelt hat. Und wie schlecht Yahoo beraten war, dass sie sich dieser Aufgabe nicht gewidmet haben.

Und da bist du genau an dem Punkt, der Deine Frage beantwortet, Unternehmen und Führungskräfte sind sehr gut beraten, wenn sie sich auf den Weg machen, die Frage zu beantworten, wie kann ich in einem Unternehmen und in meiner eigenen Lebenssituation einen Drive oder eine Veränderung reinbringen dahingehend, dass ich häufiger eine positive Stimmung erzeuge.

LB: Okay, dann machen wir es ganz konkret. Also, wir haben die zwei Bereiche, persönlich und Unternehmen. Fangen wir mit dem Persönlichen mal an. Und ich bin ja ein Freund von 1, 2, 3. Fünf Tipps zur Laune. Gib uns mal persönlich, was hätte ich heute Morgen tun müssen oder was soll ich morgen früh machen, damit ich positiv in den Tag starte und gute Laune habe?

HF: Also, erstmal grundsätzlich weiß ich nicht, Lars, ob Du der richtige bist. Denn ich habe Dich eigentlich sehr launologisch erlebt. Also ich glaube, Du hast schon eine ganze Reihe von Dateien, die Du morgens früh öffnest, um positiv in den Tag einzusteigen. Aber Du hast völlig recht, wenn Du danach fragst, gibt es so fünf oder sechs einfache Tipps. Die gibt es tatsächlich, weil, es ist gar nicht so kompliziert. Allerdings sollten wir wissen, dass gerade so diese jüngeren Disziplinen der Neurowissenschaften wie zum Beispiel die Neurokommunikation als Unterpunkt der Neuroökonomie, eine ganze Reihe von Studien bereitstellt, wo wir feststellen können, wenn wir morgens früh normal wachwerden, fokussieren wir in der Regel eher das Negative.

Das scheint eine evolutionäre Konstante oder eine anthropologische Konstante zu sein, die etwas damit zu tun hatte, dass der Neandertaler auch nicht morgens früh zu positiv in den Tag steigen konnte. Dann hätte ihn eher der Säbelzahntiger gefressen, sondern er musste erst mal gucken, wo lauern die Gefahren? Und diese Gefahrenfixierung scheint tief in uns verwurzelt zu sein. Jetzt gibt es eine gute Nachricht für uns, es gibt keine Säbelzahntiger mehr. Aber in der Verkleidung von Mitarbeitern, Chefs, Kunden, Finanzbeamten, Finanzamtbeamten oder was auch immer, treten die natürlich immer noch auf.

Wir haben das zum Anlass genommen, eine Studie durchzuführen, um einmal festzuhalten, was geht Menschen morgens früh als allererstes durch den Kopf? Und in der Tat, Führungskräfte waren das vorwiegend, es haben nicht wenige aufgeschriebene, mein erster Gedanke ist, welchen Idioten werde ich heute wieder begegnen? Und ich sage gerne dazu, mit diesem Fokus musst du dich nicht wundern, wenn du dem ersten Idioten beim Rasieren begegnest. Oder im Eldorado der Idioten, im Straßenverkehr.

Ich hatte vor kurzem eine und damit kommen wir zu den fünf Punkten vielleicht auch. Ich hatte vor kurzem einen Vortrag in einer Sales-Veranstaltung, 500 Verkaufsleiter im Saal und ich habe gefragt, wer von ihnen hat einen Führerschein? Haben erstmal alle die Hand gehoben, manche haben auch wieder runtergenommen, weil denen was eingefallen ist. Aber, in der Tat ist es tatsächlich so gewesen, dass ich, als ich gefragt habe, wer von ihnen hat schon mal den Gedanken gehabt, heute sind wieder nur Idioten unterwegs, alle die Hand gehoben haben. Das heißt, das scheint uns alle zu betreffen und diese Fokussierung morgens, die ist extrem negativ. Und da können wir was dagegen tun.

Ich habe dann den Verkaufsleitern auch kurz die Frage gestellt, wer hat sich denn heute früh die Zähne geputzt? Und dann haben auch alle die Hand gehoben und dann habe ich gesagt, wer hat sich denn heute früh mal so zwei, drei Minuten auf diesen Tag mental vorbereitet? Da war es still, hier und da ging mal eine Hand hoch. Die meisten haben eigentlich geguckt, wie, erkläre mir mal, was du damit meinst und ich habe dann den Satz geprägt, dental schlägt mental. Das heißt, die Zähne putzen sich alle, aber sich mal ein paar Minuten darauf konzentrieren, zum Beispiel auf die Vorstellung des Satzes, wem will ich heute eine Freude machen? Allein das reicht schon aus, um deinen Fokus zu verändern, denn dann triffst du auch den ersten beim Rasieren und den zweiten im Straßenverkehr und den dritten in deinem Unternehmen.

Wenn du morgens beschließt, den Tag damit zu beginnen, wo sind Idioten heute, dann kann ich dir versprechen, du wirst sie finden, alle! Das, worüber wir gerade reden, ist eigentlich Punkt 1. Das ist der ganz wichtige Punkt, übernimm die Verantwortung auch durch Psychohygiene. Sich morgens früh ein paar Minuten Zeit nehmen, vielleicht sogar aufzuschreiben, worauf freue ich mich heute, führt dazu, dass du deinen Fokus veränderst und das deine innere Haltung tragfähig für den ganzen Tag dir zur Verfügung steht. Das klingt bagatellisiert, aber es ist tatsächlich so.

Wenn du morgens früh dir ein paar Minuten Zeit nimmt und damit das Ganze, wir haben es ja oft erlebt, es wird relativ schnell wieder vergessen, haben wir eine App dazu entwickelt, die heißt Lifewatchers und kann im App Store runtergeladen werden. Und da bekommst du morgen früh, pling, eine Nachricht, da steht drauf, worauf freust du dich heute? Das kannst du direkt eintragen, wird auch archiviert und du bekommst mittags die Frage, auch wieder über das Handy, wem willst du eine Freude machen? Dann trägst du es ein und machst es auch. Und am Abend bekommst du die Nachricht, wofür bist du dankbar an diesem Tag? Und wenn du das eingetragen hast, diese drei Sachen, dann wird es auch archiviert und am nächsten Morgen geht es wieder los.

Und jetzt sage ich Dir etwas, Lars, was sehr viele Menschen überhaupt nicht wissen. Der größte Hebel in der Psychohygiene für Lebenszufriedenheit und damit sehr launologisch, ist die Dankbarkeit. Das heißt, die Dankbarkeit, zu praktizieren, führt bei Dir zur guten Laune. Der Volksmund hat es sehr schön drauf, indem er sagt, der Geber ist der Beschenkte. Und ich sage manchmal, das hast Du ja auch noch mitgekriegt, ich sage, schenk dein Lächeln dem, der keins mehr hat, der braucht es am dringendsten.

Ja, also schenke einem Menschen etwas, eine wichtige Regel wäre auch, wenn du merkst, deine Stimmung geht in den Keller. Überlege, wem du etwas schenken kannst. Und der erste, dem du vielleicht etwas schenken solltest, wärst du selber. Was könntest du dir schenken? Na, das, was du möglichst auch vielen Leuten schenken solltest, zum Beispiel ein Lächeln. Also schenk Dein Lächeln dem, der keines mehr hat, der braucht es am dringendsten. Ist eine ganz wichtige Grundbotschaft, wenn du einem anderen Menschen ein Lächeln schenkst, bekommst du selbst gute Laune.

Das klingt seltsam, ist aber in einer relativ jungen Disziplin, der PNI-, Psycho-Neuro-Immunologie, heißt es übersetzt, ganz gründlich untersucht. In dem Moment, wo du ein freundliches Gesicht machst, bekommst du die Gefühle, die zu diesem freundlichen Gesicht passen. Und in dem Moment, wo du ein böses Gesicht machst, also Angst gekennzeichnet, bekommst du die Gefühle, die dazu passen, als Hormone ausgeschüttet, hauptsächlich Cortisol. Und dieses Cortisol ist ein Fluchthormon, das führt dazu, dass du aggressiv wirst oder dass du wegrennst, also, keine gute Grundlage. Willst du die positiven Hormone bei dir indizieren, dann solltest du lernen, ein freundliches Gesicht zu machen.

Ich habe es kürzlich erlebt, da sagte eine Frau zu mir, wie kriege ich denn ein positives, freundliches Gesicht? Und ich habe ihr gesagt, das ist relativ einfach. Habe ihr die Geschichte von dem Berliner Taxifahrer erzählt, als der Mann mit der Violine unterm Arm aus Tegel, ist ja immer noch Tegel in Berlin, aus dem Flughafen rauskam und zu dem Taxifahrer ging und sagte, Entschuldigung, wie komme ich zur Philharmonie? Und dann sagt der Taxifahrer, nachdem er ihn kurz angeguckt hat, üben, üben, üben. Also, das ist es! Übe das freundliche Gesicht und schon hast du einen ganz wichtigen Hebel.

Übe die Dankbarkeit, wie kannst du sie üben? Indem du sie fokussierst und dankbar bist für das, was du kriegst und dankbar Andere beschenkst. Also, schenke einen etwas, kann auch etwas Materielles sein. Wir kennen das in Unternehmen, wo wir so verschiedene Rituale eingeführt haben, zum Beispiel den Wanderblumenstrauß. Das heißt, ein Blumenstrauß, den bekommt die Abteilung vorne reingestellt mit der Aufgabe, in einer Stunde den Blumenstrauß zu nehmen und mit einer freundlichen Begleitmusik sozusagen in ein anderes Büro zu tragen. Wo er dann wieder in einer Stunde weitergegeben wird. Es ist unglaublich, was das bewirkt, diese kleine einfache Sache.

Jetzt haben wir also ein paar Sachen, morgens früh auf den Tag einstellen, mehr lächeln, Dankbarkeit üben, anderen Menschen etwas schenken. Gibt noch ein paar andere Dinge dazu, also, wenn du zum Beispiel dich geärgert hast und wie der Name ja sagt, du hast dich selbst geärgert und dann solltest du auch selbst wieder rauskommen. Dann hilft gelegentlich sowas Profanes wie mal eine Viertelstunde stramm laufen. Also, Schuhe an und einfach mal um den Block laufen, danach geht es um ein Vielfaches besser.

Was ebenfalls ein wichtiger Punkt ist, ist Wasser trinken. Die meisten Menschen trinken zu wenig und Wasser, nicht andere Sachen, und Wasser hat auch eine enorme Hebelwirkung. Es gibt einen Inder, der ein tolles Buch geschrieben, kann ich jedem empfehlen. Das heißt, „Sie sind nicht krank, Sie sind durstig“. Da beschreibt er drin, wie wichtig es ist, dass wir genügend Wasser trinken für den Zellstoffwechsel und für das Gehirn und für die Organe und für die Stimmungen usw. Ich habe das deshalb auch in unserer App integriert, also, wenn sich jemand unter dem Stichwort Lifewatchers im App Store die App runterlädt, kann er noch eine Zusatzfunktion aktivieren, wo draufsteht, an Wasser erinnern. Dann wirst du alle 2 Stunden, bekommst du ein – pling – trink Wasser und bleibt gesund!

Weil, viele Menschen vergessen das und die trinken, was glaubst du, wann erst? Wenn sie Durst haben. Und das ist zu spät. Du solltest alle 2 Stunden ein großes Glas Wasser trinken. Das ist so banal und klingt so einfach und es ist auch in der Tat einfach. Das heißt, gute Stimmung zu bekommen, ist von einfachen Hebelwirkungen abhängig. Geh mal morgens früh in die S-Bahn rein und guck, wie die Leute dasitzen. Dann siehst du sie, die üben alle gerade. Was üben Sie? Das böse Gesicht. Dann brauchst du dich nicht wundern, dass sie schlechte Laune haben. Kannst Du es nachvollziehen?

LB: Ja, total! Kann ich nachvollziehen, da waren ja jetzt auch schon wirklich ein paar gute Tipps dabei. Wenn Du jetzt aber sagst, für Firma. Ich meine, klar, als Chef kann ich natürlich hingehen, ich habe gute Laune, versuche die zu verbreiten. Gelingt mir vielleicht auch manchmal, manchmal aber auch nicht. Aber, jetzt hattest Du ja gerade dieses Beispiel mit dem Blumenstrauß gebracht, das fand ich super interessant. Hast Du noch so ein paar Beispiele, wo jetzt so Unternehmer sofort sagen können, boah, das ist ein guter Tipp, den kann ich sofort umsetzen bei mir im Unternehmen?

HF: Ein guter Tipp ist auch, positive Mentalverstärker in Form von Lebensweisheiten oder Bildern, schöne Bilder im Unternehmen aufhängen. Die ziehen ins Unterbewusstsein rein. Also, ich habe das erlebt in den neunziger Jahren, wo ich ein großes Pharma-Unternehmen, die gehörten zur Johnson & Johnson-Gruppe, wirklich, man kann sagen, von dem Pförtner bis zum Vorstandsvorsitzenden, alle in Schulungen hatten, wo es letztlich um Stimmung ging. Wir haben es mit Outdoor-Hochseilgärten und ähnlichen Seminaren sehr erfolgreich gemacht. Da war es sogar so, dass sie die Bilder von diesen Outdoor-Veranstaltungen großformatig im Unternehmen aufgehängt haben. Und das war eine Zeit, da galt dieses Unternehmen tatsächlich im Ranking der deutschen Pharma-Unternehmen als das Unternehmen, wo alle gerne arbeiten möchten, weil die Stimmung wirklich so gut war. Wie immer so oft, kennst Du wahrscheinlich auch, hing natürlich mit dem Vorstandsvorsitzenden zusammen, der war neben seiner Kompetenz als Betriebswirt auch gleichzeitig noch studierter Psychologe.

LB: Und bekennender Launologe.

HF: In der Tat, wirklich, der hat alles mitgemacht und er hat es vorgelebt und dadurch hat sich das kaskadenförmig im Unternehmen auch ausgebreitet. Also, insofern bist Du auf einer guten Spur, wenn Du sagst, um ein Unternehmen in diesen Wandel reinzubringen, müssen als erstes die Transmissionsriemen berücksichtigen und das sind dabei tatsächlich die Führungskräfte. Also, wenn wir die Führungskräfte dahin bringen, dass sie diesem bislang vermutlich vernachlässigten Phänomen eine große Bedeutung zukommen lassen, dann haben wir einen ganz großen Schritt gemacht, der – und das wissen viele noch gar nicht – der für die Zukunftsorientierung und die Wettbewerbsfähigkeit enorm wichtig ist.

Denn wir werden in Zukunft erleben, das hat auch gerade einer in Silicon Valley, ein Wissenschaftler, gerade am Beispiel Microsoft, nach vorne gebracht, die neuen Spezialisten, die sind eine andere Generation und ob wir sie Generation Y oder wie auch immer nennen, die gehen in Unternehmen rein und wollen in Unternehmen aktiv werden, wo sie sich entfalten können, wo eine gute Stimmung vorherrscht. Deswegen, weil die Fachkräfte knapp werden, sind die Unternehmen, die sich diesem Thema stellen, ganz weit vorne.

Und das ist im Mittelstand noch immer nicht besonders gut angekommen bis jetzt, dass da etwas gemacht werden kann. Wir haben zwar schon einige Unternehmen auch launologisch zertifiziert, wie vor kurzem eine große Zahnklinik in Ludwigshafen, wo die beiden Inhaber und Geschäftsführer, der Professor Dr. Günter Dhom und Dr. Octavio Weinhold, sich ganz stark diesem Thema gewidmet haben. Und sehr viel Energie und auch Geld in die Unternehmenskultur investieren und das zahlt sich aus. Die Patienten wollen da manchmal hin wahrscheinlich, ohne, dass sie Zahnschmerzen haben. Nur, um gute Laune zu kriegen.

LB: Eine Zertifizierung bietet Ihr auch an für Unternehmen? Wie sieht denn das aus?

HF: Genau, das ist dieses Unternehmen in Ludwigshafen und wir haben auch schon Reisebüros zertifiziert. Die durchlaufen eine bestimmte Reihe von Einzelmaßnahmen, die dann dazu führen, dass sie eine Zertifizierung bekommen, die dann auch zum Beispiel bei dem Professor Dhom in Ludwigshafen ganz groß im Eingangsbereich hängt, wo draufsteht: Dieses Unternehmen ist launologisch zertifiziert, gute Stimmung, gute Leistung.

LB: Und wie kann ich mir das vorstellen?

HF: Das ist ein Commitment für die Mitarbeiter, die da reinkommen und ist eine Frage auch, die sofort die Patienten stellen, wenn sie reinkommen und sagen, was ist das denn? Launologisch zertifiziert? Und schon sind sie im Thema drin und kein Mitarbeiter kann sich es mehr leisten, da ein böses Gesicht zu machen.

LB: Und wenn ich das jetzt machen will mit meiner Firma? Ich sage, das hört sich gut an, ich will auch launologisch zertifiziert werden. Muss ich mir das so vorstellen wie eine ISO 9001 Zertifizierung?

HF: Ja, nicht ganz so ernsthaft, auch nicht TÜV geprüft, aber genau in die Richtung gehend. Also, erstmal ein Eingangsgespräch und dann, was soll hier gemacht werden? Wie können wir die Mitarbeiter dafür gewinnen und dann gibt es verschiedene Bausteine von Seminaren, über Kick-off-Vorträge, das psychologische Kabarett am Anfang, das sehr schnell bei Mitarbeitern dazu führt, dass sie sagen, oh, das ist ja toll, das kann ich auch privat nutzen. Weil, die gute Stimmung macht ja nicht am Firmentor halt. Wenn du gut gestimmt aus der Firma nach Hause kommst, gibt es auch eine Reihe von Menschen, die freuen sich.

LB: Ja, soll es auch geben, genau. Ja, Helmut, erstmal vielen Dank bis hierhin, das waren schon super interessante Tipps, warum man vor allen Dingen für gute Laune sorgen sollte, was das in einem selber auslöst, aber auch in Unternehmen. Es waren auch schon ein paar Tipps dabei mit der, wie hast Du es genannt, psychologischen Hygiene?

HF: Psycho-Hygiene.

LB: Mit der man morgens beginnen sollte, dankbar sein, ich sage ja, ein Dankbarkeits-Tagebuch ist da auch immer ein guter Tipp.

HF: Wäre eine Möglichkeit oder unsere App runterladen, das ist viel einfacher.

LB: Wir werden die App auch verlinken, die brauchst Du jetzt nicht nochmal erwähnen, die kommt mit in den Artikel.

HF: Aber es sorgt bei mir für gute Laune, wenn ich die erwähne!

LB: Okay, das ist gut, dann passt es ja. Was ich ganz schön und wichtig fand, ist auch, Anderen eine Freude machen. Man beschenkt sich dann ein Stück mit selber.

HF: Ja, unbedingt.

MDD Selbstmanagement Workshop

LB: Kommen wir mal zur Schlussrunde, da bitte ich immer um knappe und präzise Antworten. Helmut, ich weiß, das wird Dir nicht ganz leichtfallen, aber vielleicht kriegen wir es jetzt hin. Was ist denn Dein wichtigster Selbstmanagement- oder Produktivitätstipp?

HF: Unbedingt morgens früh sich dem Thema Psychohygiene widmen, das hält den ganzen Tag an. Dazu kann man sagen, damit wird ein emotionales Schutzschild aufgebaut, das dazu führt, dass Menschen im Laufe des Tages nicht mehr so verletzbar sind, dass sie produktiver sind, weil Du nach Produktivitätstipps fragst und besser kann es gar nicht passieren. Also, sich diesem Thema widmen. Wir haben dazu von Meditation- bis heitere Gelassenheitskassetten entwickelt, die jederzeit mithelfen können. Letztlich muss es aber der Einzelne machen und auch, wenn Du mich auf die Kürze reduzieren möchtest, ein sehr schönes Beispiel hat unser alter Freund Nossrat Peseschkian immer gesagt. Er hat gesagt, du kannst die Menschen nur zur Tränke führen, trinken müssen sie selbst. Also, auch der Produktivitätstipp geht in die Richtung: Mach was. Morgens früh, wenn du aufwachst, gib dir einfach zwei Minuten Zeit, um aufzuschreiben, worauf freust du dich heute und wem willst du eine Freude machen, Punkt.

LB: Super, was machst Du denn als Unternehmer, um abzuschalten?

HF: Ich bin sicher nicht das ideale Beispiel, weil ich einer der ersten Schüler von Schulz gewesenen bin von Johann Heinrich Schulz, der das autogene Training entwickelt hat. Und seine direkte Schülerin, die Dr. Gisela Eberlein, war meine Lehrerin, die hat mich als Multiplikator für autogenes Training ausgebildet. Und ich habe in der Zeit meiner psychotherapeutischen Praxis insgesamt, von Volkshochschulen über Erwachsenen-Bildungsstätte, über 10.000 Leute unterrichtet im autogenen Training. Ich persönlich unterstreiche das ganz dick und ich bin eigentlich in der Regel nicht immer, aber häufig, doch heiter und gelassen.

LB: Und das autogene Training praktizierst Du auch noch?

HF: Das praktiziere ich jeden Tag. Wenn das einer mal erkannt hat und weiß auch, wie dieser Hebel umgelegt werden kann, das geht gar nicht anders.

LB: Super, welches Buch hat Dich denn als Unternehmer und Mensch am meisten geprägt? Du hast ja eben das schon mit dem Trinken erwähnt, das werden auch verlinken hier in dem Artikel. Noch eins?

HF: Zum einen empfehle ich natürlich immer unser Buch, „Gute Stimmung – gute Leistung“ oder das Standardwerk „Gut gelaunt gewinnt“. Das sind allerdings Ergüsse von mir und Kollegen. Was mich am meisten geprägt hat, das muss ich sagen, das waren eigentlich drei sogenannte Heroes in meinem Leben. Das erste war Paul Watzlawick, dessen Bücher ich uneingeschränkt empfehle. Ich hatte das Vergnügen, bei ihm verschiedene Ausbildungen zu machen, Hypno-Therapie, Familientherapie, Kommunikation usw. Sein Buch, das ich ganz eng empfehlen kann, heißt: „Anleitung zum Unglücklichsein“. Ist schon älter, aber ein absoluter Bringer.

LB: Ist ja ein Standardwerk quasi.

HG: Dann Nossrat Peseschkian mit seinem Buch „Der Kaufmann und der Papagei“ und dann jetzt aktuell uneingeschränkt eigentlich alle Bücher und da gibt es jetzt eine ganze Menge mittlerweile von meinem Freund und Lebensbegleiter könnte man sagen, zumindestens wissenschaftlich und auch Co-Autor in unserem letzten Buch, das ist Professor Dr. Wilhelm Schmid, der Lebenskunst-Philosoph, der mit seinem Buch über Gelassenheit ein halbes Jahr lang in der Spiegel Bestsellerliste an erster Stelle stand. Und mittlerweile auch gerade jetzt wieder Buch geschrieben hat vom Schenken und beschenkt werden, auch ein wichtiges Buch im Rahmen der Psychohygiene. Also, die Bücher von Wilhelm Schmied auch unbedingt. Kleine Bücher, kann man mitnehmen unterwegs, kosten nur acht Euro, auch noch preiswert. Also, ganz fantastisch.

LB: Super, wenn wir alle hier mit in den Artikel mit reinnehmen.

HF: Sehr gerne, kann Dir gerne auch noch eine Liste schicken.

LB: Ja, schick mir die, dann packen wir sie alle rein, genau. Welches ist denn der beste Ratschlag, den Du jemals erhalten hast?

HF: Das ist schwer zu sagen. Ja, also, ich denke, eine der wichtigsten, wenn ich es ein kleines bisschen erweitern darf in Ratschläge, Émile Coué, der Altmeister der Selbstsuggestion, hat mal gesagt, man kommt mit zwei wichtigen Selbstsuggestionen gut durchs Leben. Die erste heißt: mit jedem Tag geht es mir in jeder Hinsicht besser und besser. Und wenn es mal nicht so gut läuft, dann nimmst du einfach die Formel, es geht vorüber. Und ich glaube, gerade dieses, es geht vorüber, das hat eine enorme Wirkung, wenn es dir mal nicht so gut geht oder wenn mal du den Eindruck hast, da läuft vieles falsch heute wieder oder ich treffe anscheinend eine ganze Menge Menschen, die heute nicht gut drauf sind, es geht vorüber. Also, diese beiden Grundratschläge, die kann ich eigentlich nur mit auf den Weg geben. Und sich eben der Psychohygiene zu widmen. Der moderne Mensch ist ein Anfänger in seinen Lebensverhältnissen und seine emotionale Beweglich, das lernt er nicht in der Schule und auch meistens nicht im Elternhaus. Und es ist wichtig, dass er es selber macht, unbedingt.

LB: Schön, dann sage ich mal, vielen Dank, Helmut, das waren super spannende Einsichten, hast Du uns da gegeben. Wie kann denn jetzt die „Produktiv in digitalen Zeiten“-Community mit Dir in Kontakt treten? Wo findet man Dich denn?

HF: Also, zum einen natürlich, indem man Dr. Helmut Fuchs bei Google eingibt. Aber auch über das Stichwort Launologie. Ich habe sehr viele Vorträge und Filmausschnitte in einem eigenen YouTube Kanal, der heißt auch Launologie, wo man auch ältere, ich hatte mal eine Fernsehsendung sonntags abends zur besten Sendezeit bei der ARD, die hieß Gänsehaut und Lampenfieber und zeigt, wie man mit erlebnisorientierten Seminaren den Menschen erreicht. Da sind Beiträge aus meinen Talkshows mit dabei und, und, und. Also, das wäre am einfachsten. Oder mich direkt anschreiben unter h.fuchs@me.com. Ist ganz schnell, ich antworte in der Regel relativ schnell, bin allerdings auch bei Facebook, bei LinkedIn, bei Xing, bei Instagram und WhatsApp und eigentlich überall erreichbar.

LB: Schön, also, kann ich Euch nur wärmstens ans Herz legen, mal einen Vortrag. Wenn Ihr die Chance habt, mal einen Vortrag von Dr. Helmut Fuchs zu hören. Ich habe einen gehört, ich habe wirklich auf dem Boden gelegen vor Lachen. Das hat richtig gute Laune verbreitet, also, das macht Spaß. Wer da ein Interesse hat, vielleicht auch das eine oder andere Firmenevent, kann ich auch nur empfehlen. Also, wenn Ihr da mal für gute Stimmung sorgen wollt und ein paar wirklich wertvolle Tipps mitnehmen wollt, dann bucht den Dr. Helmut Fuchs. Helmut, vielen Dank, hat Spaß gemacht.

HF: Ja, Lars, mir auch, danke.

LB: Dann wünsche ich Dir alles Gute, weiterhin soweit gute Stimmung und sorge für gute Stimmung hier in der Republik, wir können es gebrauchen.

HF: Ein schönes Weihnachtsfest.

LB: Ja, genau und Euch da draußen wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Bis dann, macht es gut, ciao.